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Dmitrij Chmelnizki
Iwan Scholtowski. Architekt des sowjetischen Palladianismus
Mit einem Beitrag von Anastasia Firsowa †
210 × 230 mm, 212 Seiten
ca. 180 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-86922-283-7 (de / rus)
ISBN 978-3-86922-284-4 (rus / de)
EUR 28,00 / CHF 38,20
März 2015. DOM publishers, Berlin

Neu bei DOM publishers:

Dmitrij Chmelnizki

Iwan Scholtowski

Architekt des sowjetischen Palladianismus

Als der weißrussische Architekt Iwan Scholtowski 1931 mit seinem Entwurf den Wettbewerb für den Palast der Sowjets in der zweiten Runde gewann, erregte das internationale Aufmerksamkeit. Dieser Wettbewerb gilt als Initialzündung der Hinwendung Stalins zum historischen Formenkanon, dem sozialistischen Klassizismus – und als Ende des russischen Konstruktivismus. Heute kennen Scholtowski, eine der Schlüsselfiguren der sowjetischen Architektur, außerhalb Russlands bisher nur Wenige. Während die Biografien der konstruktivistischen Architekten weitgehend bekannt sind, wird das baukünstlerische Schaffen der Protagonisten unter Stalin, Chruschtschow und Breschnew erst allmählich aufgearbeitet.

In der Monografie Iwan Scholtowski. Architekt des sowjetischen Palladianismus untersucht Autor Dmitrij Chmelnizki erstmals kritisch das Leben und Werk von Iwan Scholtowski (1867-1959), sowie seine Karriere vor, während und nach der Herrschaft Stalins. Während die Sowjetunion im Ringen um die richtige revolutionäre Architektur im 20. Jahrhundert in kürzester Zeit schnelle Richtungswechsel der Baustile vornahm, blieb Scholtowski die ganze Zeit hindurch seinen baulichen Grundsätzen treu: dem Palladianismus. Er reiste mehrfach nach Italien und übersetzte die Vier Bücher der Baukunst von Andrea Palladio ins Russische. Doch der überzeugte Vertreter des Neo-Palladianismus entsprach nicht nur Stalins formalen Vorstellungen, er behauptete sich auch zwischen den schwankenden Machtverhältnissen der Politik, bekleidete fast durchgehend hohe politische Ämter und genoss das Vertrauen höchster politischer Kreise um Lenin, Stalin und Chruschtschow. Wie ist ihm das gelungen? Chmelnizki geht vielen solchen, teilweise noch unerforschten, oft rätselhaften und undurchsichtigen Fragen in der schöpferischen und politischen Karriere Scholtowskis nach.

Bereits unter Stalin übernahm Scholtowski die Leitung der Aus- bzw. Umbildung der sowjetischen Architekten entsprechend der neuen stilistischen Regeln und prägte so die kommenden Architektengenerationen maßgeblich. Die von ihm entwickelten Entwurfsmethoden sind in Russland bis heute sehr populär geblieben. In einem Beitrag über seinen Einfluss als Lehrmeister gibt die Nachlassverwalterin Scholtowskis, Anastasia Firsowa († 2014), Einblick in seine Persönlichkeit und illustriert dies mit bislang unveröffentlichten Zeichnungen.

Um die Entwicklung der sowjetischen Architektur besser zu begreifen, leistet diese Monografie einen erhellenden Beitrag. Sie ist eine der ersten Publikationen, die DOM publishers im Rahmen des Kooperations- und Forschungsprogramms Architekten und Bauten der Sowjetunion in Kooperation mit dem Staatlichen Schtschussew-Museum für Architektur in Moskau herausgibt.

 


 

Alle Bilder: © Staatliches Schtschussew-
Museum für Architektur

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